Private Haftpflicht: Wo Millionen nicht viel kosten

Geiz ist geil. Die Deutschen gelten weltweit als begeisterte Schnäppchenjäger und sind äußerst preisbewusst. Doch bei der privaten Haftpflichtversicherung ist zu starkes Kostendenken gefährlich. Auf keinem Fall macht es Sinn, auf eine angemessen hohe Versicherungssumme zu verzichten, um niedrigere Beiträge zu zahlen. Dieses Vorgehen birgt erhebliche finanzielle Risiken. Denn deutlich höhere Deckungssummen kosten in der privaten Haftpflichtversicherung oft nur wenige Euro mehr Jahresbeitrag. So deckt die Privathaftpflicht die vom Versicherungsnehmer und mitversicherten Familienmitgliedern nicht vorsätzlich verursachten Sach- oder Personenschäden ab, die anderen Menschen zugefügt wurden. Oft geht es nur um kleine Schäden, die sich für ein paar hundert Euro problemlos aus der Welt schaffen lassen. Doch möglich sind auch Extremfälle, die ohne Versicherung in den persönlichen Ruin führen können. Denn jeder haftet bei Schäden grundsätzlich mit seinem ganzen Vermögen.

kwanchaift – Fotolia.com

Klassisches Beispiel ist der elfjährige Sohn, der auf die Straße läuft, weil sein Fußball dorthin gerollt ist. Ein Autofahrer muss bremsen, der Tanklastzug dahinter kracht auf den Pkw, kippt um, der Tank schlägt leck. Zehntausende Liter Öl fließen in die Kanalisation. Die Schadenbeseitigung kostet mehrere Millionen Euro. Weiteres Beispiel: Der Versicherte verursacht einen Unfall, bei dem eine andere Person körperliche Schäden davonträgt. Diese sind so gravierend, dass eine langwierige medizinische Behandlung und Rehabilitationsmaßnahmen nötig sind. Am Ende stellt sich heraus, dass der Geschädigte nicht mehr arbeiten kann und erwerbsunfähig wird. Alles in allem kostet dies über Jahre und Jahrzehnte verteilt mehrere Millionen Euro.

Zugegeben, beides mag unwahrscheinlich sein und ereignet sich nicht jeden Tag. Aber ausgeschlossen ist es nicht. „Deshalb sollte in der privaten Haftpflichtversicherung die Versicherungssumme möglichst hoch sein“, rät moneymeets.com Geschäftsführer Dieter Fromm. Als Faustregel gilt: Die Deckungssumme bei Sach- und Personenschäden sollte fünf Millionen Euro je Schadensfall nicht unterschreiten. Ein Vielfaches davon wäre sinnvoller, damit der Privathaftpflichtversicherte auch bei einem Super-Gau ausreichend geschützt ist.

Beim Jahresbeitrag macht sich diese Aufstockung der Versicherungs- oder Deckungssumme kaum bemerkbar. Bei guten Privaten Haftpflichtversicherern kostet eine Erweiterung von drei auf 50 Millionen Euro Versicherungssumme nur rund zehn Euro mehr Beitrag im Jahr.


Wer haftet für den Bürgermeister?

Das Ehrenamt ist in Deutschland weit verbreitet.
23 Millionen Menschen engagieren hierzulande in Sportvereinen, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder in anderen nutz- und sinnstiftenden Initiativen. Angesichts leerer Kassen in vielen Städten und Gemeinden würden viele Bereiche des täglichen Lebens ohne die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer wohl kaum noch funktionieren.

„Doch ehrenamtliche Tätigkeiten werfen oft auch versicherungsrechtliche Fragen auf“, erklärt Dieter Fromm, Geschäftsführer der Finanzplattform www.moneymeets.com. Dies betrifft insbesondere die private Haftpflichtversicherung. Denn was geschieht, wenn jemand im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit einen Sach- oder Personenschaden verursacht? Ein Blick in die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erarbeiteten Musterbedingungen zur privaten Haftpflichtversicherung machen zunächst stutzig.

rawpixel.com - Fotolia.de

rawpixel.com – Fotolia.de

Denn danach fallen die Gefahren eines Amtes, wozu auch ein Ehrenamt zählt, nicht in den Geltungsbereich und gehören deshalb nicht zu den versicherten Leistungen der Privathaftpflichtversicherung. Allerdings sind diese Musterbedingungen des GDV unverbindlich. Was bedeutet, dass sich die privaten Haftpflichtversicherungen nicht daran halten müssen, demnach auch davon abweichen können. Dies bedeutet, dass mittlerweile die meisten privaten Haftpflichtversicherungen auch Sach- und/oder Personenschäden abdecken, die ein Versicherter im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit verursacht hat. Voraussetzung ist, dass dieses Ehrenamt keinen hoheitlichen Charakter hat, freiwillig ist und nicht bezahlt wird.

Alles in allem dürften also privat Haftpflichtversicherte mit der Schadenregulierung keine größeren Probleme haben, sofern sie in der Kirchen- und Jugendarbeit, in den Bereichen der Kranken-, Behinderten- sowie Altenpflege tätig sind oder sich aber in Vereinen, bei Interessensverbänden oder in Parteien engagieren. Schwierig wird es bei ehrenamtlichen Tätigkeiten mit hoheitlichem Charakter. Dazu zählt etwa das Ehrenamt eines Bürgermeisters, eines Schöffen, eines Laienrichters oder eines Gemeinderatsmitglieds. Außerdem zählen wirtschaftlich geprägte Ehrenämter wie der Ehrenvorsitz einer regionalen Unternehmervereinigung so gut wie nie zum Geltungsbereich einer privaten Haftpflichtversicherung.

Klar ist aber auch: Die privaten Haftpflichtversicherer wollen mit einer weitreichenden Angebotsvielfalt punkten, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Wer also genau und rechtssicher wissen möchte, ob und in welchem Umfang Sach- und Personenschäden bei der ehrenamtlichen Tätigkeit abgedeckt sind, „sollte die Tarife mehrerer privater Haftpflichtversicherer vergleichen und genau ins Kleingedruckte, der schauen“, empfiehlt moneymeets-Geschäftsführer Dieter Fromm.


Versicherer haften, doch auch Versicherte sind in der Pflicht

Sobald sich zwei oder mehrere zusammentun und ihr geschäftliches Miteinander vertraglich regeln, hat jeder der Partner bestimmte Rechte und Pflichten. Das ist bei einem Versicherungsvertrag nicht anders. Mit dem Unterschied, dass die Pflichten eines Versicherungsnehmers mit dem Fachausdruck „Obliegenheiten“ bezeichnet werden. Solche Obliegenheiten gibt es auch bei der privaten Haftpflichtversicherung. Wichtig: „Grundsätzlich gilt, dass bei Pflichtverletzung durch den Versicherten der Versicherungsschutz auf dem Spiel steht“, weiß Dieter Fromm, Geschäftsführer der Finanzplattform moneymeets.com.

Beispiel: Bei der privaten Haftpflichtversicherung muss der Versicherte dem Versicherungsunternehmen neue Risiken umgehend melden. Ein solches neues Risiko kann beispielsweise sein, dass sich die Familie des Versicherten über weiteren Nachwuchs freut. Da Kinder ab dem siebten Lebensjahr per Gesetz schuldfähig sind, ist diese Information wichtig für den privaten Haftpflichtversicherer, der seine Beiträge nach der Risikoeinschätzung kalkuliert. Auch bei Vorversicherungen und früheren Schadensfällen sollten die Angaben korrekt sein.

© MH - Fotolia.com

© MH – Fotolia.com

Überdies muss der Versicherte in der privaten Haftpflichtversicherung seine Mitwirkungs- und Anzeigepflichten im Schadensfall beachten. Die Frist, um einen möglichen Versicherungsfall zu melden, beträgt eine Woche. Wer erst nach einem oder zwei Monaten einen Schaden und deshalb einen Versicherungsfall meldet, dürfte in der Regel in puncto Schadensregulierung durch die private Haftpflicht leer ausgehen.

Zudem haben Versicherte in der privaten Haftpflichtversicherung eine erweiterte Mitwirkungspflicht. Etwa indem sie ihrem Versicherer weitreichende Informationen und ausführliche Schadensberichte zur Verfügung stellt, um den Schaden zu verringern oder aber Ansprüche von dritter Seite abzuwenden. Kommt es zu einer juristischen Auseinandersetzung zwischen dem Geschädigten auf der einen Seite und dem Haftpflichtversicherten als Verursacher eines Schadens auf der anderen, so muss man eine mögliche Prozessführung dem Haftpflichtversicherer überlassen. Zu den Pflichten eines Haftpflichtversicherten zählt zudem der umgehende Widerspruch gegen einen Mahnbescheid oder andere amtliche Verfügungen.

Tipp: Der Haftpflichtversicherte sollte grundsätzlich weder schriftlich noch mündlich ein Schuldeingeständnis gegenüber dritten Personen abgeben. Es sei denn, dies ist mit dem Haftpflichtversicherer abgesprochen. Falls nicht und der Versicherte nimmt trotzdem die Schuld für einen Schaden auf sich, gefährdet dies den Versicherungsschutz.


Wer Millionen bewegt, braucht eine Vermögensschadenhaftpflicht

Egal, ob Handwerker oder Vermögensberater: Auch wer privat einen gebrauchten Polo fährt, bewegt beruflich oft Millionenwerte. Was passiert, wenn hier etwas schiefgeht?

Angestellte müssen sich darüber in der Regel keine Gedanken machen. Und im Privatbereich übernimmt grundsätzlich die private Haftpflichtversicherung nicht nur Sach- und Personenschäden, die Versicherte verursacht haben. Auch wenn es zu einem Vermögensschaden kommt, ist dies grundsätzlich ein Fall für die Haftpflicht.

Businesswoman standing near blackboard with colorful light bulb sketch pictured on it. Concept of new idea and business development

© denisismagilov – Fotolia.com

Versicherungsrechtlich werden hier aber zwei Schadensarten unterschiedlich behandelt – der echte und der unechte Vermögensschaden. Letzterer wird auch als Vermögens-folgeschaden bezeichnet und erfasst Situationen, in denen sich aus einem Sachschaden oder gesundheitlichen Schädigungen eine negative Auswirkung auf das Vermögen des Geschädigten ergibt. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn der Versicherte ein Gerät beschädigt, das einem Selbständigen gehört – und sich daraus ein Verdienstausfall ergibt. Auch eine Verringerung der Erwerbsfähigkeit kann einen Vermögensfolgeschaden nach sich ziehen.

Während die Haftpflicht beim unechten Vermögensschaden meist einspringt, ist der echte Vermögensschaden anders gelagert. Hier kommt es zu einer tatsächlichen finanziellen Schädigung – etwa durch eine Falschberatung bei Kapitalanlagen. So etwas kann zwar teuer werden, wird aber von einer herkömmlichen privaten Haftpflichtversicherung in der Regel nicht abgedeckt. Es sei denn, der Versicherte hat eine Art Luxus- oder Premium-Tarif in seiner privaten Haftpflichtversicherung, der auch bei Vermögensschäden leistet. Doch für manche selbstständige Dienstleister sind die Deckungssummen bei einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung deutlich höher.

Grundlage einer solchen Versicherung ist das sogenannte Verstoßprinzip. Was nichts anderes heißt als: Der Schaden ist, anders als die zerbrochene Fensterscheibe oder der geprellte Unterarm, nicht auf Anhieb, sondern oft erst nach einiger Zeit erkennbar. Zugleich resultiert dieser Vermögensschaden aus einem Versehen oder einem Fehler bei der Berufsausübung des Versicherten.

Beispiel: Ein Steuerberater empfiehlt seinem Mandanten eine angeblich legale Gestaltung, um Steuern zu sparen. Dabei übersieht der Berater, dass die aktuelle Rechtsprechung dieses Vorgehen nicht mehr zulässt. Der Mandant folgt dem Rat seines Steuerfachmanns und muss zwei Jahre später mehrere hunderttausend Euro Steuern nachzahlen. Verursacher des Schadens ist der Steuerberater, dessen Vermögensschadenhaftpflichtversicherung in der Regel in solchen Fällen zahlt.

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist für bestimmte Berufsgruppen aus dem Dienstleistungssektor Pflicht. Dazu zählen Rechtsanwälte, Steuerberater und Notare, Ärzte sowie Architekten und Ingenieure, sofern diese freiberuflich arbeiten. Allgemein gilt also: Sobald durch eigenes Missgeschick oder fachliche Inkompetenz Vermögenswerte eines Auftraggebers gefährdet sind, ist der Abschluss einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ein Muss für Alle, die durch solche Fälle ihre berufliche Existenz nicht aufs Spiel setzen wollen. Weitere Infos unter www.moneymeets.com.


Hauptsache gut versichert – aber was braucht man wirklich?

Heutzutage gibt es kaum etwas, das man nicht versichern kann. Viele Policen sind durchaus sinnvoll und wichtig, aber muss man sich wirklich gegen jede Eventualität des Lebens mit einer eigenen Versicherung absichern, egal, wie unwahrscheinlich der Schadensfall ist? Und braucht man tatsächlich die teure Premium-Rundum-Sorglos-Versicherung oder reicht auch eine günstigere Standard-Police? Fakt ist: Es gibt eine Reihe Versicherungen, die jeder haben sollte, sowie einige, die sich in bestimmten Situationen lohnen können. Und dann gibt es eine ganze Menge, die kein Mensch wirklich braucht und die hauptsächlich dem Versicherungsunternehmen nutzen.

© vege – Fotolia.com

„In den letzten Jahren sind Produkte wie die Liebeskummer-Versicherung wie Unkraut aus dem Boden geschossen. Solche Spaß-Policen braucht kein Mensch, sie sind reine Geldschneiderei!“, warnt Dieter Fromm vom Finanzportal moneymeets. Zu den unverzichtbaren Versicherungen zählen hingegen die Privathaftpflicht-, die Unfall- und die Hausratsversicherung.

„Bei der Haftpflichtversicherung sollte man auf eine ausreichend hohe Deckungssumme im Schadensfall achten. Dieser Punkt ist auch  bei der Unfallversicherung wichtig. Hier ist die Invaliditätssumme ausschlaggebend. Auf unnötigen zusätzlichen Schnickschnack kann man getrost verzichten, er verteuert nur die Beiträge“, erklärt Fromm weiter. Arbeitnehmer sollten zusätzlich eine Berufsunfähigkeits- oder zumindest eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abschließen, damit man im schlimmsten Fall nicht zum Sozialfall wird. Wer darüber hinaus Hauptverdiener einer Familie ist und diese absichern will, sollte außerdem in eine Risikolebensversicherung investieren. „Im Gegensatz zur Kapitallebensversicherung sind diese Policen meist nicht besonders teuer, zahlen aber auch nur, wenn der Versicherungsfall tatsächlich eintritt. Dann jedoch lohnt sich die Investition“, gib Fromm zu bedenken.

Untersuchungen ergeben immer wieder, dass die meisten Deutschen vollkommen falsch versichert sind. Auf der einen Seite sind sie häufig überversichert, auf der anderen Seite werden essentielle Bereiche überhaupt nicht berücksichtigt. „Das könnte auch daran liegen, dass sie im Wust an Versicherungspolicen schnell den Überblick verlieren und überhaupt nicht wissen, dass sie beispielsweise sowieso eine Reiserücktrittsversicherung über die Kreditkarte haben. Oder das Beispiel Reisegepäckversicherung: Wenn man eine Hausratversicherung besitzt, ist die zusätzliche Police im Regelfall unnötig. Andererseits wird dann wieder die Auslandskrankenversicherung vergessen, die vor allem bei Reisen in Nicht-EU-Länder dringend abgeschlossen werden sollte. Es ist sicher nicht die spannendste Aufgabe, aber man sollte sich regelmäßig eine Übersicht über den eigenen Versicherungsstatus verschaffen. So sieht man schnell, was man aussortieren kann und wo vielleicht noch Nachholbedarf besteht“, erklärt Fromm.


Wir haben gewonnen und Sie als Kunde profitieren davon.

 

@Kzenon – Fotolia.com

 

Am 11.11.2016 hat das Oberlandesgericht Köln noch einmal klargestellt: moneymeets darf die von Versicherungen gezahlten Provisionen offenlegen und sie mit seinen Kunden teilen. Der Versicherungsmakler, der dagegen geklagt hatte, ist damit auch im zweiten Anlauf gescheitert. Eine Revision wurde dabei nicht zugelassen. Der Kläger konnte weder das Landgericht Köln im vergangenen Jahr noch das Oberlandesgericht Köln in der soeben geendeten Verhandlung in zweiter Instanz von seinen Argumenten überzeugen. Mit dem heute gefällten Urteil dürften die Richter dem Provisionsabgabeverbot den Todesstoß versetzt haben und den Weg freimachen für mehr Transparenz im Versicherungsvertrieb sowie für eine Stärkung der Verbraucherrechte.

Was ist passiert: moneymeets legt stets alle Provisionen für Finanzprodukte offen, die gezahlt werden und teilt diese mit seinen Kunden – auch bei Versicherungen. Kunden von moneymeets erhalten also bei laufenden Versicherungsverträgen 50 Prozent der Bestandsprovision. In diesem Geschäft war so etwas bisher ein No-Go! Über Provisionen wurde höchstens in Hinterzimmern verhandelt.

Ein Makler reichte daher eine Klage gegen moneymeets ein und bezog sich dabei auf das Provisionsabgabeverbot, eine Verordnung, die zuletzt 1934 (!) novelliert wurde. Das Argument: Ein Verbot der Weitergabe von Provisionen sichere die Beratungsqualität, da Verbraucher allein nach den Leistungen und nicht nach der Höhe der Provision entscheiden sollen. Mit anderen Worten: Interessenten, die eine Versicherung abschließen wollen und die Höhe der Provisionen kennen, blenden alle anderen Kriterien bei der Entscheidung aus! Auch das Gericht konnte dieser Logik nicht folgen.

Verbraucher profitieren

Was bedeutet das Urteil? Sie als Kunde werden immer wieder entscheiden, ob Sie sich in punkto Versicherungen in einer klassischen Beratung persönlich informieren lassen oder ob sie auf die Effizienz und die Möglichkeiten im Internet setzen. Bei jedem Produkt werden Sie aber wissen, welche Provision Ihr Makler erhält. Sie sehen dann auf einen Blick, ob ein Makler eine bestimmte Police womöglich nur deswegen empfiehlt, weil sie ihm die größte Provisionszahlung einbringt.

Auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien e.V.  Bitkom sieht das Provisionsabgabeverbot als ein Relikt aus längst vergangener Zeit an, das in einer digitalen Realität nichts mehr zu suchen hat. In einem Positionspapier vom vierten November 2016 steht: „Bitkom setzt sich für eine ersatzlose Abschaffung der Preisfestsetzung von Maklertätigkeiten im Versicherungsgeschäft („Provisionsabgabeverbot“) ein. (…). Aus unserer Sicht bieten die Möglichkeiten der Digitalisierung von Dienstleistungen der Versicherungsmakler gute Chancen für günstigere Endverbraucherpreise und einen Souveränitätsgewinn für Verbraucher.“

Ein informierter Verbraucher wird also in die Lage versetzt, souverän und frei über seine Versicherungen zu entscheiden. In der Begründung verweist Bitkom explizit auf die wichtige Rolle, die digitale Versicherungsmakler dabei haben, zu denen auch moneymeets zählt: „Der Verbraucher als Nutzer digitaler Modelle ist in der Lage, im Rahmen seiner Bedürfnisse klar die Leistungen und Preise in Bezug auf die Unterschiede von digitalen Geschäftsmodellen zu klassischen Geschäftsmodellen zu differenzieren. Das zeigt seit nahezu 20 Jahren der benachbarte Bankensektor auf: Kunden nutzen für bestimmte Dienstleistungen beratungsfreie Direktbanken und für andere Dienstleistungen die Beratung von klassischen Filialbanken – ohne dass eine Preisbindung für Vermittlungskosten (…) dort je diskutiert worden wäre.“

Wir sind sicher, dass sich moneymeets-Kunden in den nächsten Jahren auf weitere Vorteile freuen können. Der Wegfall des Provisionsabgabeverbots stellt für den Fintech-Standort Deutschland eine Chance dar, denn die Branche wächst international. Überholte, landesspezifische Einschränkungen wie das Provisionsabgabeverbot haben im weltweiten Wettbewerb nichts zu suchen.

 


Umzug leicht gemacht – mit den richtigen Versicherungen

Ein Umzug ist immer eine aufregende Sache. Lässt er sich privat mit Freunden bewerkstelligen? Braucht man ein Umzugsunternehmen? Passen meine Möbel auch tatsächlich in die neue Wohnung? Was muss ich neu kaufen und wie verpacke ich das Vorhandene am besten? Bei all diesen organisatorischen Fragen tritt ein Punkt ganz schnell in den Hintergrund: Wie bin ich versichert wenn etwas schiefgeht? „Diese Frage sollte man sich bei einem Umzug auf jeden Fall stellen, denn es kann immer mal etwas zu Bruch gehen. Im schlimmsten Fall hat der Umzugswagen einen Unfall und Ihr gesamter Hausrat ist verloren“, warnt Dieter Fromm vom Finanzportal moneymeets. „Welche Versicherungen im Schadensfall benötigt werden, hängt jedoch davon ab, ob man ein Umzugsunternehmen beauftragt hat oder ob man den Umzug selbst organisiert.“

© Robert Kneschke – Fotolia.com

Bei einem privaten Umzug sollte man vorab klären, ob die Helfer über eine Privathaftpflichtversicherung verfügen, die auch Gefälligkeitsschäden abdeckt. Ist das nicht der Fall, bleibt man nämlich auf dem möglichen Schaden sitzen. „Die Rechtsprechung geht davon aus, dass Freunde und Verwandte bei einem versehentlichen Schaden für ihre Hilfe nicht auch noch bestraft werden sollten. Anders sieht es aus, wenn der Helfer grob fahrlässig handelt, also zum Beispiel beim Tragen herumblödelt. Dann muss die Versicherung zahlen. Das gilt auch, wenn die Schäden nicht am Umzugsgut auftreten, sondern am Eigentum Dritter wie der Wohnungstür, einer Wand oder einem parkenden Auto“, erklärt Fromm.

Anders stellt sich die Situation dar, wenn man ein Umzugsunternehmen beauftragt hat. Dabei gibt es zwei mögliche Szenarien: entweder das Komplettpaket, bei dem das Umzugsunternehmen den Hausrat auch verpackt, oder den reinen Transport, bei dem man für die Verpackung selbst zuständig ist. „Übernimmt man das Ausräumen und Verpacken selbst, ist man auch selbst dafür verantwortlich, empfindliche Gegenstände in den Kartons so zu sichern, dass sie nicht kaputt gehen“, weiß Dieter Fromm. Grundsätzlich ist die gesetzliche Haftung des Spediteurs auf 620 Euro pro Kubikmeter gedeckelt, im Schadensfall wird der Zeitwert ersetzt. Doch Vorsicht: Diese gesetzliche Versicherung zahlt nicht immer! Sogenannte „unabwendbare Ereignisse“ sind nicht abgesichert. „Hierzu zählen alle Ereignisse, die nicht im Verantwortungsbereich des Spediteurs liegen, also etwa Unwetter, Blitzeis oder Schäden durch Dritte“, führt Fromm aus. Solche Schäden lassen sich aber durch eine entsprechende Umzugstransportversicherung absichern.

Auch hier gibt es zwei Varianten: Eine Versicherung zum Zeitwert und eine – etwas teurere – Versicherung zum Neuwert. „Beim Zeitwert bekommen viele Versicherte erst einmal einen Schock, denn der Betrag liegt meist deutlich unter den Erwartungen, besonders wenn die Möbel noch relativ neu sind. Was viele unterschätzen: In den ersten Jahren ist der Wertverlust wie beim Kfz besonders hoch. Daher lohnt es sich, die paar Euro mehr zu investieren und die Versicherung zum Neuwert abzuschließen. Meist geht das sogar noch am Tag des Umzugs beim Spediteur, der die entsprechenden Unterlagen dabei haben sollte“, weiß Fromm. Kommt es zu Schäden an Möbeln oder Geräten, ist es wichtig, diese zu dokumentieren. Hierbei helfen Fotos der unbeschädigten Gegenstände vor dem Umzug.

Ist der Umzug hoffentlich schadensfrei überstanden, sollte man schnellstmöglich die Adressänderung an alle bestehenden Versicherungen durchgeben. Besonders bei der Kfz-Versicherung muss dieser Schritt schnell geschehen, denn bei einer Änderung des Kennzeichens droht auch eine neue Prämienberechnung. Darüber hinaus ist die Ummeldung nur mit einer Bestätigung der Kfz-Versicherung möglich. Bei den meisten Personenversicherungen reicht es, die Adressänderung durchzugeben, damit die Post nicht verloren geht. Anders sieht es jedoch bei der Hausratsversicherung aus, wie Fromm ausführt: „ Hier sollte man nach Möglichkeit bereits vor dem Umzug die neue Adresse und Wohnungsgröße bekanntgeben, so genießen Sie maximal zwei Monate lang Versicherungsschutz sowohl für die alte als auch für die neue Wohnung. Das gilt übrigens auch für den Weg von A nach B, zumindest für Brandschäden oder Raub.“


Provisionsabgabeverbot: moneymeets kämpft für Verbraucherrechte

„Moneymeets darf die Kunden an den Bestandsprovisionen beteiligen“ – Das entschied das Landgericht Köln (Az.: 84 O 65/15) im Oktober 2015. Ein anderer Makler hatte dagegen Berufung eingelegt, um die Provisionsrückzahlungen von moneymeets an seine Kunden zu stoppen. Am 11.11. wird das Oberlandesgerichts Köln darüber urteilen.

Moneymeets-Geschäftsmodell für viele Kunden optimal

© Paul Hill – Fotolia.com

Überblick über bestehende Verträge schaffen, Informationen für Entscheidungen bereitstellen und dann für eine kostengünstige Umsetzung sorgen: Das ist der Anspruch des Finanzportals moneymeets. Zu den Leistungen zählt es, Kunden bei laufenden Versicherungsverträgen mit 50 Prozent an der Bestandsprovision zu beteiligen. Diese Vergütung erhalten alle Makler oder Vermittler für die Kundenbetreuung bei laufenden Policen. Denn auch wenn bei uns qualifizierte Experten etwa im Schadensfall oder für den Beratungsbedarf zur Verfügung stehen, arbeiten wir als Online-Plattform äußerst kosteneffizient und können einen Teil der Marge weitergeben.

Zudem unterstützt moneymeets Verbraucher mit einer transparenten Darstellung der Kosten: Denn um eine informierte Entscheidung treffen zu können, sind diese Informationen für Versicherungskunden entscheidend. Besonders in Bezug auf die Vergütung der Tätigkeit des Versicherungsmaklers.

Erstes Urteil im Sinne des Verbrauchers

Doch einem Versicherungsmakler war das Vorgehen ein Dorn im Auge. Er hielt es in Bezug auf das Provisionsabgabegebot für nicht zulässig und reichte Klage ein. Das Urteil des Landgerichts Köln fiel im Oktober 2015. Der Richter folgte der Einschätzung von moneymeets und schuf damit Rechtssicherheit für die Rückgabe von Provisionen an moneymeets-Kunden. Der Makler ging in die Revision und wandte sich an das Oberlandesgericht Köln. Hier steht am 11.11.2016 das Urteil an.

„Im Sinne des Verbraucherschutzes erwarten wir, dass das Oberlandesgericht Köln, wie auch schon das Landgericht Köln, die Klage des Versicherungsmaklers abweist,“ sagt Dieter Fromm, Mitgründer und Geschäftsführer von moneymeets.

Provisionsabgabeverbot stammt aus der Nazizeit

Die Gegenseite beruft sich vor allem auf einen Verstoß gegen das Provisionsabgabeverbot für Versicherungen. Was steckt dahinter? – Es ist eine Verordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf Basis des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG). Sie untersagt Anbietern und Vermittlern bestimmter Versicherungen, Versicherungsnehmer für den Abschluss eines Versicherungsproduktes zu vergüten. Es wurde am 14. August 1923 (VerAfP 1924, S. 22) per Anordnung erlassen. Novelliert wurde es zuletzt am 8. März 1934 für die Lebensversicherung und am 5. Juni 1934 für die Krankenversicherung. In den letzten Jahrzehnten ist dieses Verbot in der Praxis der Versicherungsberatung jedoch immer weiter aufgeweicht worden. Bereits seit einiger Zeit gibt es Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines solchen Verbots.

Rechtmäßigkeit des Verbots ist zweifelhaft

© sebra – Fotolia.com

Das Verwaltungsgerichts Frankfurt am Main entschied bereits am 24. Oktober 2011: „Das Provisionsabgabeverbot ist rechtswidrig.“ Der Finanzvertrieb AfW hatte das Urteil erstritten. Es besagt, dass ein Vermittler von fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen die Abschlussprovision an Kunden zurückerstatten darf und kein Bußgeld zahlen muss.

 „Das Provisionsabgabeverbot ist ein Eingriff in die Dienstleistungsfreiheit sowie eine staatliche Beschränkung der Wettbewerbsfreiheit“, äußerte sich Norman Wirth, geschäftsführender AfW-Vorstand in eine Stellungnahme: „Das seit 1934 geltende Provisionsabgabeverbot ist rechtswidrig, auch nach geltendem Europarecht im Sinne des EGV.“

Provisionsabgabeverbot nach Europarecht kaum zu halten

Tatsächlich gibt es in keinem anderen europäischen Land eine vergleichbare Regelung. Trotzdem sind Versicherungskunden dort zufrieden und Vermittler und Versicherungen arbeiten erfolgreich. Es ist insofern unsachlich, wenn für die Beibehaltung des Provisionsabgabeverbotes Verbraucher-, Versicherungs- oder Vermittlerinteressen ins Feld geführt werden.

Vor dem Hintergrund der europäischen Grundsätze des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) im Sinne des Verbots horizontaler und vertikaler Wettbewerbsbeschränkung ist es zudem höchst zweifelhaft, ob das Provisionsabgabeverbot rechtlich haltbar ist. So stellte die Europäische Kommission bereits 1999 fest: „Das Verbot von Provisionsrabatten durch Versicherer könnte einer Preisbindung der zweiten Hand gleichkommen und daher eine Wettbewerbsbeschränkung darstellen, die nicht unter die Gruppenfreistellung gemäß der Verordnung über vertikale Vereinbarungen und aufeinander abgestimmte Verhaltensweise fallen würde (Verordnung (EG) Nr. 2790/1999 vom 22. Dezember 1999).“

Berlin überlegt 2017 eine Gesetzesänderung

Im Rahmen der Umsetzung der Versicherungsvertriebs-Richtlinie IDD steht zusammen mit einer Reihe weiterer Verordnungen zum 30.06.2017 das Provisionsabgabeverbot auf dem Prüfstand. Bei der Umsetzung der europäischen Richtlinie IDD sind Finanz-, Wirtschafts- und Justiz- und Verbraucherschutz-Ministerium sowie der Bundesrat involviert.

Positives Urteil für moneymeets

 Im Oktober 2015 folgten die Richter des Landgerichts Köln also in wichtigen Punkten der Argumentation von moneymeets und urteilten: „Moneymeets darf Kunden an den Bestandsprovisionen beteiligen.“

moneymeets-Rechtsanwalt Dr. Hans-Jörg Schultes aus Bonn erläutert die Hintergründe:

In der Urteilsbegründung nimmt die 4. Kammer des Landgerichts Köln Bezug auf das Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt aus dem Jahr 2011, wonach das Verbot der Gewährung von Sondervergütungen nicht hinreichend bestimmt ist und deshalb dem Grundgesetz widersprecht. Außerdem verweist das Landgericht Köln auf die Begründung des Bundestagsfinanzausschusses anlässlich der Änderung des VAG im Jahr 1994, wonach das Provisionsabgabeverbot heute dem Ziel des Verbraucherschutzes durch eine Sicherung der Beratungsqualität und Markttransparenz und den finanziellen Interessen der Versicherungsmakler dienen soll. Wie diese Ziele durch ein Verbot der Gewährung von Sondervergütungen erreicht werden sollen, habe sich der Kammer nicht erschlossen. Auch die Auslegung dahingehend, dass die streitgegenständliche Auszahlung von 50 Prozent der Bestandsprovisionen durch moneymeets an deren Kunden vom Verbot der Gewährung von Sondervergütungen erfasst wird, erschien dem Landgericht nicht möglich. Aus diesen Gründen wurde die Klage auf Unterlassung der Provisionsteilung mit den Kunden abgewiesen.“

Argumentation unter dem Deckmantel des Verbraucherschutzes 

 Das Urteil des Landgerichts Köln fiel also für Verbraucher positiv aus. Dennoch legte der klagende Versicherungsmakler Berufung beim Oberlandesgericht Köln ein – und argumentiert erneut:

Nur das Provisionsabgabeverbot kann die Beratungsqualität sichern, da sich Verbraucher allein nach den Leistungen und nicht nach der Höhe der Provision entscheiden sollen.

„Diese Argumentation ist nicht im Sinne des Kunden. Woher soll der Verbraucher denn wissen, dass das vom Makler empfohlene Produkt tatsächlich am besten passt, wenn er nicht alle Möglichkeiten vergleichen kann,“ sagt moneymeets-Geschäftsführer Fromm. Und woher solle er wissen, ob der Makler das Produkt empfiehlt, weil er es für das beste hält oder weil er, also der Makler, daran am meisten verdient? Das könne der Verbraucher nur entscheiden, wenn er die Vertriebsprovisionen, die im Rahmen eines Versicherungsvertrags fließen, auch kennt.

Moneymeets erwartet ein wirklich faires Urteil für Verbraucher

„Wir erwarten also, dass auch das Oberlandesgericht Köln die Klage des Versicherungsmaklers abweist,“ erläutert Fromm weiter. In der Zwischenzeit setzt moneymeets seine Transparenzoffensive fort und beteiligt Kunden weiter an der erhaltenen Bestandsprovision.


Pflegeversicherung – So schließen Sie die Versorgungslücke privat

Die Pflegeversicherung als fünfte Säule der Sozialversicherung ist ein integraler Bestandteil der Versorgung im Alter oder im Krankheitsfall. Doch die gesetzlichen Leistungen reichen nicht immer aus, und immer mehr Menschen sind gezwungen, zusätzlich privat vorzusorgen.

 

© Marco2811 – Fotolia

Eine immer höhere Lebenserwartung und gleichzeitig rückläufige Geburtenraten lassen den Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung steigen. Bereits 2030 werden 30 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter sein. Der Anteil der mindestens 80-Jährigen wird sich auf 12 Prozent oder 9 Millionen mehr als verdoppeln. Es werden also künftig immer mehr Menschen auf professionelle Hilfe angewiesen sein, um die Abläufe des täglichen Lebens zu meistern. Doch Pflegedienstleistungen sind kostspielig und übersteigen schnell das eigene Budget.

Die gesetzliche Pflegeversicherung bezahlt zwar für die Pflege zu Hause oder im Heim, doch wer mehr will, wird zur Kasse gebeten. Wie viel Leistung man bekommt, hängt davon ab, in welche Pflegestufe man von der Versicherung eingeordnet wird. Wer gesetzlich krankenversichert ist, der ist auch automatisch bei der gesetzlichen Pflegekasse versichert. Der Beitragssatz für Versicherte mit Kindern liegt bei 2,35 Prozent. Kinderlose müssen einen leicht erhöhten Beitrag von 2,6 Prozent zahlen. Die Beiträge werden jeweils hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernommen. Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet vielfältige Leistungen, deckt aber nur einen Teil der Kosten im Pflegefall ab. Bereits in Pflegestufe I kann der tatsächliche Geldbedarf um mehrere hundert Euro im Monat höher liegen als die gesetzlichen Leistungen. Mit einer privaten Pflegetagegeldversicherung können Kunden die Finanzlücke im Pflegefall schließen.

„Wer im Pflegefall abgesichert sein will, kommt nicht umhin, privat vorzusorgen, um die finanzielle Pflegelücke im Alter zu schließen. Häusliche Pflege oder gar die Unterbringung im betreuten Wohnen sprengen oftmals den finanziellen Rahmen der Pflegebedürftigen. Dann müssen die Kinder einspringen und die zusätzlichen Kosten tragen oder man wird zum Sozialfall, allerdings erst, wenn alle privaten Mittel ausgeschöpft sind. Die gesetzliche Pflegeversicherung sollte man eher wie eine Teilkaskoversicherung betrachten, die immer nur einen Teil der Kosten abdeckt. Dessen sollte man sich immer bewusst sein“, weiß Dieter Fromm, Gründer und Geschäftsführer des Online-Finanz- und Versicherungsmarktplatzes moneymeets.

Momentan wird privater Pflegeschutz von den meisten Versicherern in Deutschland in drei Varianten angeboten. Bei der Pflegetage-Versicherung wird eine feste Summe pro Tag gezahlt, meist unabhängig von der konkreten Pflegeleistung. Die Höhe des vereinbarten Tagesgelds hängt außerdem von den gezahlten Beiträgen und von der Pflegestufe ab. Die Zahlungen setzen jedoch eine festgestellte Pflegebedürftigkeit voraus. Für eine privat organisierte Pflege ist das die beste Lösung. Eine andere Variante ist die Pflegekosten-Zusatzversicherung. Diese stockt im Prinzip die gesetzliche Pflegeversicherung auf und mindert je nach Tarif den zu zahlenden Eigenanteil. Man muss allerdings beachten, dass die Zusatzversicherung nur Leistungen abdeckt, die auch im Leistungskatalog der gesetzlichen Pflegeversicherung aufgeführt sind. Private Pflegeleistungen hingegen sind so gut wie gar nicht abgedeckt. Jede erbrachte Leistung muss separat abgerechnet werden und Pflegebedürftige können über das Geld nicht frei verfügen. Dadurch eignet sich die Pflegekosten-Zusatzversicherung im Ernstfall eigentlich nur für die professionelle Betreuung durch einen Pflegedienst. Die dritte Möglichkeit der Absicherung ist die Pflegerentenversicherung. Sobald die Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde, zahlt der Versicherer dem zu Pflegenden eine monatliche Rente, über die der Versicherte frei verfügen kann. Es spielt also keine Rolle, ob die Leistungen im Pflegeheim oder zu Hause erbracht werden. Bei allen Pflegeversicherungsmodellen werden die Leistungen bis zum Lebensende erbracht. „Aber Achtung: Private Pflegezusatzversicherungen sind Risikoversicherungen. Nur wenn der Pflegefall eintritt, hat der Versicherte Anspruch auf die Zahlung von Leistungen. Tritt der Pflegefall nicht ein, gibt es auch kein Geld zurück“, gibt Dieter Fromm zu bedenken. Dennoch ist der private Pflegeschutz angesichts einer immer höheren Lebenserwartung eine sinnvolle Absicherung, die gewährleistet, dass man auch im Pflegefall seinen Lebensabend würdevoll verbringen kann.

Zum 1. Januar 2017 will der Gesetzgeber das Modell der Pflegestufen vollständig überarbeiten. Man darf gespannt sein.

 


Weltspartag 2016 – Deutsche verharren in Schockstarre bei der Altersvorsorge

Die Neigung, einen Vorsorgevertrag abzuschließen, ist gering.  Doch wie legen die Deutschen ihr Geld an? Wie sorgen sie für die Rente vor und wie reagieren sie auf die Niedrigzinspolitik der EZB? Zum heutigen Weltspartag wollen wir das Anlage- und Sparverhalten in Deutschland einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Die Bundesrepublik ist ein Land von Sparern. Soweit das Cliché. Doch stimmt das überhaupt noch? In Zeiten, in denen die Zinsen nahezu überall bei null Prozent liegen, gleichen Sparbuch und Co. nicht einmal die Inflation aus, sichere Anlagemöglichkeiten sind praktisch nicht mehr verfügbar. Zwar liegt laut dem Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands die Zufriedenheit der Deutschen mit der eigenen Vermögenssituation auf einem hohen Niveau, doch der Wert sinkt seit einiger Zeit kontinuierlich. Waren 2014 noch 58 Prozent zufrieden, sind es heute nur noch knapp 52 Prozent.

Insbesondere Frauen scheinen unter der Unsicherheit zu leiden, nur rund die Hälfte blickt optimistisch in die Zukunft, in der Altersklasse zwischen 50 und 70 sind es sogar nur 48 Prozent. Sie schränken sich beim Konsum und der Kreditaufnahme immer mehr ein, doch immerhin 22 Prozent planen, weniger zu sparen. Insgesamt sorgt die Nullzinspolitik allerdings noch nicht dafür, dass die Deutschen tatsächlich mehr Geld ausgeben. Nur etwa ein Viertel hat sein Konsumverhalten geändert, allerdings überwiegend in die entgegengesetzte Richtung, denn immer mehr Menschen planen, sich weiter einzuschränken.

@ Style-Photography – Fotolia.com

Dem entgegen stehen die nicht mehr vorhandenen Zinsen bei den klassischen Sparangeboten. So steigt das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen bei der Geldanlage deutlich von 50 auf 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen, die bereit sind, im Gegenzug zu höheren Renditen ein gesteigertes Risiko einzugehen von 23 auf nur noch 10 Prozent. Hinzu kommt die ständige Diskussion über die Sicherheit der Renten. Wer sich auf dem Rentenbescheid einer Summe knapp oberhalb des Hartz IV-Satzes gegenüber sieht, ist weniger bereit, ein Risiko bei seinem Ersparten einzugehen, denn das Geld wird später dringend gebraucht! Das scheint bei vielen Menschen zu einer Art Schockstarre zu führen, denn ganze 36 Prozent der Bevölkerung verfügt über überhaupt keine Altersvorsorge, bei den jüngeren bis 29 sind es sogar 50 Prozent. Und auch die Sparraten sind im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen, ebenso das Vertrauen darauf, dass die gewählte Vorsorge tatsächlich die angestrebte finanzielle Absicherung bringt.

Doch wie sorgen die Deutschen überhaupt für die Rente vor? Welche Vorsorgemodelle werden positiv betrachtet und welche tatsächlich genutzt? Auch darüber gibt die Studie Auskunft. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis ist die selbst genutzte Immobilie das Mittel der Wahl. So sehen 59 Prozent der Deutschen im Haus- oder Wohnungskauf eine probate Möglichkeit, für die Zukunft vorzusorgen und 53 Prozent haben diese bereits verwirklicht. Ebenfalls als sinnvoll erachtet werden der Kauf einer Immobilie zur Vermietung, ein Bausparvertrag und die betriebliche Altersvorsorge. Das Vertrauen in die Lebensversicherung hingegen ist auf nur noch 21 Prozent gesunken und hat damit über die Hälfte im Vergleich zu 2014 eingebüßt. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Rentenversicherung und auch bei den Rücklagen auf dem Sparbuch. Trotzdem liegen Sparbuch und Lebensversicherung in der Realität auf den Rängen zwei und drei, jeweils 47 Prozent der Befragten greifen immer noch auf diese Mittel zurück.

Riskantere, dafür renditestärkere Modelle der Altersvorsorge wie Fonds, Edelmetalle, Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere sind hingegen weniger beliebt bei den Deutschen, genau wie die staatlich geförderten Riester- und Rürup-Renten. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis setzt  nur rund ein Viertel der Deutschen auf diese Anlageklassen. Inwieweit deutsche Anleger weiterhin in ihrer Schockstarre verharren, muss die Zukunft zeigen, es ist jedoch klar, dass die derzeitige Situation unbefriedigend für alle ist, die sich um ihre finanzielle Zukunft kümmern möchten. Die Erkenntnis, dass man selbst aktiv werden sollte, um passende Angebote zu finden und vielleicht ein wenig Zeit und Mühe investieren muss, setzt sich jedenfalls immer weiter durch.